Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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daß unſere Mühe und Plage vergebens war? Nach⸗ laß! Nachlaß! Schulden hat ſie nachgelaſſen. Das iſt ihr Nachlaß! Die Geſchichte von ihren Papieren war ein Schreckſchuß. Wer hätte ſie fortnehmen ſollen? Ihre Pfaffen? Zeiſel ließ ja ſogleich Alles verſtegeln und mit Beſchlag belegen. Der Fürſt wollt' es ſo und ſie hatt' es ſelber angeordnet. Zwei Jahre ſtand's unberührt. Die Papiere ſind verbrannt, wo kann etwas hingekommen ſein? Und unten in der Remiſe... da haben wir ſeit heute früh fünf bis jetzt um elf Alles unterſucht, wir ſind matt und müde davon, wir haben uns, gut gerech— net, ſieben mal waſchen müſſen von all' dem Staub und Moder, und hinter keinem Bild, in keiner Schub⸗ lade iſt Etwas zu finden. Von dieſer Seite aus ſind wir vor böſem Leumund ſicher und du haſt alle Aus⸗ ſicht, unter die Heiligen zu kommen, was du doch wol willſt! Vergib, daß ich ſpotte.

Noch vor ſechs Jahren, ſagte die Geheimräthin ruhiger, hätte über mich erzählt werden können, was da wollte! Es war eine Zeit, wo man noch die Lei⸗ denſchaften als die Quelle edler Gefühle erkannte. Aber jetzt, wo ſich Alles verändert hat, wo das junge Herrſcherpaar einen neuen Ton in die Geſellſchaft einführte, jetzt wo ſich Alles dadurch auszuzeichnen

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