Teil eines Werkes 
2. Bd. (1850)
Entstehung
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Garten umſchloß. Wie prangten da die Obſtbäume in ihrer ſchweren Laſt! Wie guckten die ſchwanken Spitzen der drinnen rankenden Rebengewinde über den weißen Kalk herüber! Wol, dachte er, muß es dieſen kleinen Paſchas, die bisher auf den adeligen Herrſchaften Juſtiz übten, übel bekommen, wenn ſie aus ſolchen anmuthigen Wohnungen, wo ſie die Herren waren, in die Landſtädte verſetzt wer⸗ den, wo ſie, nach der gewöhnlichen Beamtenelle gemeſſen, auf der allgemeinen Bleiche des Staates nur ein beſcheidenes Stückchen Tuch, vielleicht nicht länger als ihr Ordensbändchen, vorſtellen. Näher beſichtigte er ſich jetzt den gefährlichen Thurm. Dank⸗ mar wünſchte Siegberten den Anblick dieſes maleriſch gelegenen alten Mauerwerks mit ſeiner herrlichen Fernſicht auf die Ebene und das Gebirge. Mit Lä⸗ cheln betrachtete er ſich dieſen Ueberreſt alter feudaler Zeiten genauer. Der Thurm lag etwas erhöht und war gewiſſermaßen das Wahrzeichen des Ortes. Neben ihm wohnte ohne Zweifel der Büttel, Gerichtsbote und ſonſtige Amtsgehülfe, der dies wahrſcheinlich alles

in einer und derſelben Perſon vorſtellte. Der Eingang

in den Thurm zeigte ſich ſchauerlich genug. Die Thür war mit Eiſen beſchlagen und das Schloß von einem gewaltigen Umfange. Die untern Fenſter deckten

Die Ritter vom Geiſte. II. 2