Teil eines Werkes 
2. Bd. (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

kommen ſei. Nach der Pauſe der erſten Ueber⸗ raſchung wollte Maggie eben die Thüre öffnen, als Tom herankam; ſie ſchauten mit einander in das Sprechzimmer hinein. Da ſaß denn ein roher, ſchmieriger Kerl, auf deſſen Geſicht ſich Tom einiger⸗ maßen erinnern konnte, in dem Lehnſtuhl des Vaters, hatte einen Krug und ein Glas vor ſich ſtehen und rauchte.

Im Nu zuckte der wahre Sachverhalt durch Toms Geiſt.Den Vogt im Haus haben und Ausverkauf halten waren Phraſen, die ihm ſchon als kleinem Knaben geläufig geworden; ſie gehörten zu der Schande und dem Elend des Bankrutts und völligen Ruins und waren das einleitende Stadium für den Uebergang ſonſt vermöglicher Leute zu der Klaſſe armer Arbeiter. Daß es, nachdem der Vater ſein ganzes Vermögen verloren, ſo kommen mußte, ſchien ihm ganz natürlich, und er ſah in dieſer be⸗ ſonderen Form des Unglücks keine ſpeciellere Urſache, als den Verluſt des Proceſſes. Aber die unmittel⸗ bare Gegenwart dieſes Schimpfes wirkte auf Tom peinlicher, als das Schlimmſte, was er gefürchtet, und er fühlte, daß erſt von dieſem Moment an ſein Jammer begonnen hatte. Der Eindruck dieſes An⸗ blicks ließ ſich dem plötzlichen Zerren an einem ge⸗ reizten Nerven einem unbeſtimmteren Schmerz gegen⸗ über vergleichen.

Wie geht's, Sir? ſagte der Mann, der für einen Augenblick die Pfeife aus dem Mund nahm, mit rauher verlegener Höflichkeit. Die zwei jungen Geſichter mit ihrem ängſtlichen Ausdruck wirkten etwas unbehaglich auf ihn.

Eliot, Die Muhle am Floß. II. 2