6
cotemühle zu bleiben. Sein Gehirn trug ſich mit einer ſolchen Menge von Projecten, daß man ſich über die Röthe ſeines Geſichtes nicht wundern durfte, als er von ſeinem letzten Geſpräch mit dem Sach⸗ walter Mr. Gore nach Lindum kam, um nach Haus zu reiten. Da war Furley, welcher die Hy⸗ pothek in Händen hatte— ein räſonabler Kerl, der, wie Tulliver ſich überzeugt hielt, ſeinen eigenen Vortheil einſah und nicht nur mit aller Bereitwillig⸗ keit darauf einging, das ganze Beſitzthum ſammt Mühle und Wohnhaus anzukaufen, ſondern auch Mr. Tulliver als Pächter annahm und das Geld vorſchoß, das mit hohen Zinſen aus dem Ertrag des an ihn überlaſſenen Geſchäftes zurückbezahlt werden ſollte, während er ſelbſt(Tulliver) nur ſo viel für ſich behielt, als zu ſeinem und ſeiner Fa⸗ milie nothdürftigem Unterhalt nöthig war. Wer ſollte die Gelegenheit zu einer ſo vortheilhaften Kapitalanlage unbenützt laſſen? Furley gewiß nicht; denn es war bei Mr. Tulliver ausgemacht, daß Fur⸗ ley ſeinen Plan mit Freuden aufgreifen werde; und es gibt Leute, welche in ihrem eigenen Vortheil oder in ihren Wünſchen einen Beweggrund für die Hand⸗ lungen Anderer ſehen, ohne daß ihnen das Gehirn durch den Verluſt eines Proceſſes gefährlich erhitzt iſt. In dem Kopf des Müllers ſtand feſt, Furley werde ge⸗ rade das thun, was in ſeiner Lage das Wünſchens⸗ werthe war, und in dieſem Fall ſtand die Sache nicht ſo ganz verzweifelt. Mr. Tulliver und ſeine Familie mußten allerdings einziehen und mager leben, aber nur ſo lang, bis aus dem Geſchäfts⸗ nutzen Furley's Vorſchüſſe abbezahlt waren, und das


