Teil eines Werkes 
1. Bd. (1861)
Entstehung
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ſtund einige Zeit an, eh' ſie mehr mit einander ſprachen, als eben durchaus nöthig wurde. Bei dem Gegenſatz der Charaktere, war der Uebergang von Empfindlichkeit zum Haß nicht groß, und bei Phi⸗ lipp ſchien er bereits begonnen zu haben; denn ob⸗ ſchon in ſeinem Gemüth kein Zug von Bosheit lag, faßte doch ſein reizbares Weſen eine erlittene Krän⸗ kung viel tiefer auf. Es gehört nicht zu der Natur des Ochſen— wir ſtellen dieſen Satz auf die Au⸗ torität eines großen klaſſiſchen Schriftſtellers hin— ſich ſeiner Zähne als eines Angriffswerkzeuges zu bedienen, und Tom war ein Muſter von einem ſtier⸗ köpfigen Jungen, der in ächter Stierart auf zweifel⸗ hafte Gegenſtände losrannte; aber in ſeinem täppi⸗ ſchen Weſen hatte er Philipp an dem empfindlichſten Punkte angegriffen und ihm in einer Weiſe weh⸗ gethan, als hätte er ſich mit der größten Raffinirt⸗ heit und der giftigſten Tücke darauf eingeübt. Tom ſah keinen Grund ein, warum ſie dieſen Streit nicht eben ſo abmachen ſollten, wie viele andere, indem ſie ſich benähmen, als ob nichts vorgefallen ſei; denn obſchon er nie zuvor Philipps Vater einen Schurken genannt hatte, war dieſe Vorſtellung doch ſo tief mit ſeinen Gefühlen verwachſen und ſpielte eine ſo weſentliche Rolle in dem Verhältniß zwiſchen ihm und ſeinem zweifelhaften Schulkameraden, welchen er weder lieben noch haſſen konnte, daß das bloße Ausſprechen ſeiner Gedanken ihm nicht die Bedeu⸗ tung zu haben ſchien, welche Philipp darin fand. Und er hatte ja ein Recht, ſo zu ſprechen, wenn Philipp ihn unverſchämt behandelte und mit Schimpf⸗ namen belegte. Als er aber bemerkte, daß ſeine