Teil eines Werkes 
1. Bd. (1861)
Entstehung
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Weiden ihre Köpfe ſo tief in's Waſſer ſtecken, ohne eine Ahnung zu haben, wie unſchicklich die Haltung iſt, in welcher ſie vor der trockeneren Welt über ihnen erſcheinen.

Das Rauſchen des Waſſers und das Geklapper der Mühle bewirkt eine träumeriſche Gehörunempfind⸗ lichkeit, welche den Frieden der Landſchaft zu er⸗ höhen ſcheint. Ich möchte dieſe Geräuſche als einen großen Tonvorhang bezeichnen, welcher die jenſeits gelegene Welt ausſchließt. Und nun miſcht ſich das Geraſſel eines mächtigen gedeckten Frachtwagens darein, der mit Getreideſäcken heimkehrt. Der ehr⸗ liche Fuhrmann denkt wohl an ſein Mittageſſen, das zu ſo ſpäter Stunde in der Ofenkachel wohl kläglich ausgedorrt iſt; aber er wird nichts anrühren, bis er ſeine Pferde, die kräftigen geduldigen Thiere mit ihren ſanften Augen, verſorgt hat, welche ihn mit mildem Vorwurf anzublicken ſcheinen, weil er ſo entſezlich mit ſeiner Peitſche knallt, als ob ſie eines ſolchen Winkes bedürften. Sieh nur, wie ſie die Steigung der Brücke hinan ihre Schultern recken, um ſo eifriger, da ſie der Heimath ſo nahe ſind. Betrachte den mächtigen, zotigen Huf, der den feſten Boden zu packen ſcheint, die geduldige Anſtrengung des vom Kummet beſchwerten Halſes und den kräf⸗ tigen Muskelbau der ſich abmühenden Schenkel. Ich moͤchte ſie wohl wiehern hören über ihrem wohlverdien⸗ ten Haber und mit anſehen, wie ſie den ausgeſchirrten, von Schweiß triefenden Hals niederbeugen, um die lechzenden Nüſtern in den ſchmuzigen Weiher zu tauchen. Jezt ſind ſie mitten auf der Brücke; und nun geht's abwärts mit ſchnellerem Schritt, und der