Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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in ihrem Schlafzimmer befand, trat ihr die Möglich⸗ keit einer Verbindung mit Adam in einem neuen Licht vor das Auge. In einem Geiſt wo keine ſtar⸗ ken Sympathien wirken, wo kein entſchiedenes Rechts⸗ gefühl vorherrſcht, an welchem die aufgeregte Natur ſich anklammern und Kraft zu ruhigem Ausharren finden kann, iſt eine der erſten Wirkungen des Kum⸗ mers ein verzweiflungsvolles, unbewußtes Greifen nach irgend einer That wodurch die gegenwärtige Lage verändert werden kann. Bei der armen Hetty. hatte der Ueberblick über die Folgen ihres Beneh⸗ mens nie in etwas Anderem als in einer beſchränk⸗ ten phantaſtiſchen Berechnung ihrer wahrſcheinlichen

Leiden und Freuden beſtanden, und jezt war ihr Blick

vollends durch eine unbedachte Reizbarkeit wegen ihres gegenwärtigen Leidens getrübt, ſo daß ſie ſich zu einer jener krampfhaften unüberlegten Handlungen geneigt fühlte wodurch unglückliche Menſchenkinder ſich aus einem vorübergehenden Kummer in lebens⸗ langes Elend ſtürzen.

Warum ſollte ſie Adam nicht heirathen? Sie fragte nichts darnach was ſie that, wenn ſie nur eine Ver⸗ änderung in ihrem Leben herbeiführte. Sie war überzeugt daß er ſie noch immer gerne heirathen würde, und ein weiterer Gedanke an Adams eigenes

Glück bei der Sache hatte ſich noch niemals bei ihr

geregt. Seltſam! werdet ihr vielleicht ſagen, dieſer haſtige Drang nach einem Schritte der ihr bei ihrem gegen⸗ wärtigen Zuſtand am meiſten hätte zuwider ſein müſſen, und zwar ſchon in der zweiten Nacht ihrer Betrübniß!