Teil eines Werkes 
3 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Einunddreißigſtes Capitel. In Hetty's Schlafzimmer.

Es war, ſelbſt in Frau Poyſers Haushaltung, nicht mehr hell genug um ohne Licht zu Bette zu gehen; Hetty nahm alſo eines, als ſie nach Adams Weggang endlich in ihr Schlafzimmer ging, und ver⸗ riegelte ihre Thüre.

Jezt wollte ſie ihren Brief leſen; er mußte, ja er mußte gewiß Tröſtliches enthalten. Wie konnte Adam die Wahrheit wiſſen!

Sie ſtellte das Licht hin und zog den Brief her⸗ vor. Er hatte einen feinen Roſenduft, bei welchem ihr zu Muthe wurde als ob Arthur bei ihr wäre. Sie hielt das Schreiben an ihre Lippen, und auf einige Augenblicke riß ein Strom von Gefühlen die in der Erinnerung wurzelten alle Befürchtungen hin⸗ weg. Aber ihr Herz begann ſeltſam zu pochen, und ihre Hände zitterten, als ſie das Siegel erbrach. Sie las ihn langſam; es war ihr nicht leicht die Handſchrift eines vornehmen Herrn zu leſen, obſchon

Arthur ſich Mühe gegeben hatte deutlich zu ſchreiben. Theuerſte Hetty!

Ich habe die Wahrheit geſprochen, als ich ſagte

daß ich Dich liebe, und ich werde unſere Liebe nie 1