62
derhand nicht zu denken; es hingen Bedingungen daran die er nicht annehmen konnte. Aber Adam dachte daß er und Seth neben ihrer Geſellenarbeit für ſich ſelbſt ein Geſchäftchen führen könnten, indem ſie einen kleinen Vorrath von feinerem Holz kauften und allerlei Haushaltungsartikel machten, wofür Adam Pläne genug im Kopf hatte. Seth konnte durch beſondere Arbeiten unter Adams Leitung mehr verdienen als im Taglohn, und Adam konnte in ſeinen freien Stunden all die feine Arbeit machen die beſondere Geſchicklichkeit erforderte. Das auf ſolche Art erworbene Geld, nebſt dem guten Lohn den er als Werkführer erhielt, mußte ſie bald in Stand ſezen ein wenig voranzukommen, zumal da ſte jezt ungemein ſparſam leben wollten. Kaum hatte dieſes Plänchen in ſeinem Kopf eine feſte Ge⸗ ſtalt gewonnen, ſo begann er genaue Berechnungen über die Koſten des zu kaufenden Holzes anzuſtellen, und überlegte was für ein beſonderes Möbel zuerſt in Angriff genommen werden müßte— ein Küchen⸗ ſchrank von ſeiner eigenen Erfindung, mit einer ſo ſinnreichen Einrichtung von Schubladen und Thüren, ſo paſſenden Ecken zur Aufbewahrung von Mund⸗ vorräthen, dabei ſo ſymmetriſch und augenfällig, daß jede tüchtige Hausfrau in Entzücken gerathen und alle Abſtufungen ſchwermüthigen Verlangens durch⸗ machen mußte, bis ihr Mann ihn zu kaufen ver⸗ ſprach. Adam vergegenwärtigte ſich bereits Frau Poyſer, wie ſie mit ihrem ſcharfen Auge denſelben prüfte und vergebens einen Mangel daran zu finden
verſuchte; neben ihr ſtand natürlich Hetty, und Adam
wurde von Berechnungen und Plänen hinweg aufs


