Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Abend im alten Geleiſe fortgegangen; die Wunder die ſich damals zugetragen, hatten keine Veränderungen nach ſich geführt; ſie waren bereits wie ein Traum. Als ſie die Kirchthüre gehen hörte, klopfte ihr Herz dermaßen daß ſie nicht aufzuſchauen wagte. Sie merkte daß ihre Tante knixte und ſie knixte auch. Das mußte der alte Herr Donnithorne ſein er kam immer zuerſt, der runzelige, kleine, alte. Mann, der mit ſeinen blöden Augen die grüßende und knixende Verſammlung anſchaute; dann kam, das wußte ſie, Fräulein Lydia, und ſo gerne Hetty ſonſt das feine modiſche Hütchen des edlen Fräuleins mit dem Kranz von kleinen Roſen betrachtete, ſo war es ihr doch heute nicht wichtig. Aber nun hörten die Ver⸗ beugungen auf nein, er war nicht erſchienen; ſie war überzeugt daß jezt an ihrem Stuhl Nichts mehr vorbeikam als der ſchwarze Hut der Haushälterin und der ſchöne Strohhut der Kammerjungfer, der einſt Fräulein Lydia gehört hatte, und dann die ge⸗ puderten Köpfe des Haushofmeiſters und Lakaien. Nein, er war nicht da; doch wollte ſie jezt ſehen ſie konnte ſich getäuſcht haben, denn ſie hatte ja gar nicht aufgeſchaut. Sie ſchlug alſo ihre Wimpern auf und blickte ſchüchtern nach dem gepolſterten Stuhl auf dem Chor hinüber: da war Niemand als der alte Herr Donnithorne, der ſich mit ſeinem wei⸗ ßen Taſchentuch die Augen ausrieb, und Fräulein Lydia, die ihr großes, goldeckiges Gebetbuch aufſchlug. Dieſe Täuſchung war gar zu abkühlend; Hetty fühlte daß ſie blaß wurde, ihre Lippen zitterten, die Thrä⸗ nen ſtanden ihr im Auge. O was ſollte ſie thun? Jedermann würde den Grund ſogleich einſehen, Jeder⸗