Teil eines Werkes 
2 (1861) Adam Bede
Entstehung
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Aber Adam, predigte Herr Ryde nicht weit mehr über dieſes innere Leben von dem wir ſprechen? hattet Ihr von ſeinen Predigten nicht mehr Nuzen als von denen des Herrn Irwine?

Ich weiß nicht. Er predigte viel von Glaubens⸗ lehren. Aber ich habe ſchon in meiner Jugend ganz deutlich geſehen daß die Religion etwas Anderes iſt als Glaubenslehren und Begriffe. Die Glaubens⸗ lehren kommen mir ſo vor, als wenn ſie Namen für unſere Gefühle wären, ſo daß man von ihnen ſprechen kann wenn man ſie auch nie gekannt hat, gerade wie einer von Handwerkszeugen ſprechen kann wenn er ihre Namen weiß, obwohl er ſie ſelbſt nie geſehen und noch weniger gebraucht hat. Ich habe in meinem Leben viel von Glaubenslehren gehört, denn als Burſche von ſiebzehn Jahren ging ich mit Seth zu den Diſſenterpredigern und zerbrach mir den Kopf über Arminianer und Calviniſten. Die Methodiſten ſind heftige Arminianer, wie Sie wiſſen, und Seth, der nie eine Härte vertheidigen konnte und immer das Beſte hoffte, hielt von Anfang an feſt zu den Wesleyanern; aber ich dachte ich könnte ein paar Löcher in ihren Lehren finden, und da disputirte ich einmal mit einem ihrer Wortführer in Treddleſton und trieb ihn ſo in die Enge daß er zulezt ſagte: Junger Mann, der Teufel gebraucht Euern Hochmuth und Eure Einbildung als Kriegswaffe gegen die Ein⸗ falt der Wahrheit. Ich lachte ihm ins Geſicht; aber als ich nach Hauſe ging, dachte ich der Mann habe doch nicht ganz Unrecht. Ich begann einzuſehen daß all dieſes Abwägen und Sichten, was dieſer und jener Spruch bedeute, und ob die Leute alle lediglich