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unwiſſend wie ein Frauenzimmer. Auf die Glaubens⸗ lehren verſtand er ſich ſehr gut und er pflegte ſie die Bollwerke der Reformation zu nennen; aber ich habe nie viel auf dieſe Sorte von Gelehrſamkeit gehalten wobei die Leute in Geſchäftsſachen einfältig und unvernünftig bleiben. Herr Irwine war das gerade Gegentheil: ein kluger Mann! Er begriff im Augenblick was man meinte; er verſtand ſich aauch aufs Bauen, und gönnte es jedem wenn er ein gutes Geſchäft machte. Dabei benahm er ſich gegen die Bauern und die alten Weiber und die Arbeitsleute ſo höflich wie gegen die Herrſchaften. Er miſchte ſich nicht in Alles, er ſchimpfte nicht und wollte nicht den Kaiſer ſpielen. Ach er war ein feiner Mann wie man nur einen ſehen kann, und ſo freundlich gegen Mutter und Schweſtern. Die arme kränkliche Fräulein Anna ſchien ihm mehr am Herzen zu liegen als alles Andere in der Welt. Kein Menſch in der ganzen Gemeinde hatte an ihm Etwas auszuſezen, und ſeine Dienſtleute blieben bei ihm bis ſie ſo alt und breſthaft wurden daß er andere dingen mußte um die Arbeit für ſie zu ver⸗ richten.“
„Nun,“ ſagte ich,„das war eine vortreffliche Art zu predigen an den Wochentagen. Aber wenn Euer alter Freund, Herr Irwine, aus dem Grabe aufer⸗ ſtände und nächſten Sonntag die Kanzel beſtiege, ſo würdet Ihr Euch doch ein wenig ſchämen daß er nicht beſſer predigte, nachdem Ihr ſo viel Rühmens von ihm gemacht habt.“
„Nein, nein,“ erwiderte Adam, indem er ſeinen Bruſtkaſten herausdrückte und ſich in ſeinen Stuhl


