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haftigkeit willen erfreue ich mich an vielen nieder⸗ ländiſchen Gemälden über welche hochfliegende Geiſter verächtlich wegſchauen. Ich finde eine Quelle wonne⸗ voller Sympathie in dieſen treuen Abbildern einer eintönigen häuslichen Exiſtenz, wie ſie unendlich mehr Mitmenſchen beſchieden worden iſt als ein Leben in Pracht oder abſoluter Dürftigkeit, ein Leben voll tragiſcher Leiden oder voll welterſchütternder Thaten. Von wolkengetragenen Engeln, von Propheten, Si⸗ byllen und Kriegshelden wende ich mich ohne Sträu⸗ ben zu einem alten Mütterchen die ſich über ihren Blumentopf neigt oder ihr einſames Mahl verzehrt, während die Mittagsſonne, vielleicht gemildert durch einen Lichtſchirm von grünen Blättern, auf ihre Nacht⸗ haube fällt und juſt den Rand ihres Spinnrades, ihren ſteinernen Krug und all dieſe wohlfeilen all⸗ täglichen Dinge beſcheint welche für ſie die nothwen⸗ digen Koſtbarkeiten des Lebens ſind. Oder ich wende mich zu dieſer Bauernhochzeit die zwiſchen vier braunen Wänden abgehalten wird, wo ein tölpiſcher Bräutigam mit einer hochſchultrigen dickköpfigen Braut den Tanz eröffnet, während ältere Freunde mit ſehr unregel⸗ mäßigen Naſen und Lippen, und wohrſcheinlich mit großen Bierkrügen in der Hand, aber mit einem Ausdruck unverkennbarer Zufriedenheit und Gut⸗ müthigkeit, zuſchauen. Pſui, ſagt mein idealiſtiſcher Freund, welche gemeine Einzelnheiten! Warum mag ſich einer doch ſo viel Mühe geben um ein getreues Conterfei von alten Weibern und dummen Tölpeln zu entwerfen? Welch eine niedrige Phaſe des Lebens! Was für plumpe, häßliche Leute!
Aber bei Gott, es kann doch hoffentlich Dinge


