52
Euch in dem Werk ſtören könnte für welches Gott Euch geſchickt gemacht hat; ich würde mit allen meinen Kräften arbeiten inner und außer dem Hauſe, um Euch mehr Freiheit zu verſchaffen— mehr als Ihr jezt haben könnt, denn jezt müßt Ihr Cuern Lebensunterhalt ſelbſt verdienen, während ich ſtark genug bin um für uns Beide zu arbeiten.“
Als Seth einmal angefangen hatte ſeine Werbung zu betreiben, hielt er ſich ſehr eifrig daran und ſprach beinahe haſtig, damit Dina nicht ein entſcheidendes Wort ſprechen könnte bevor er alle ſeine Beweismittel vorgetragen hätte. Seine Wangen rötheten ſich bei dieſer Gelegenheit, ſeine ſanften grauen Augen füll⸗ ten ſich mit Thränen, und ſeine Stimme zitterte als er den lezten Saz ſprach. Sie hatten einen ſchmalen Durchgang zwiſchen hohen Steinen erreicht; Dina blieb ſtehen, wandte ſich gegen Seth und ſagte mit ihrer zärtlichen aber ruhigen Discantſtimme: 3
„Seth Bede, ich danke Euch für Eure Liebe zu mir, und wenn ich irgend einen Mann für mehr als einen Bruder in Chriſto betrachten könnte, ſo glaube ich daß Ihr es wäret. Aber es iſt meinem Herzen nicht frei gegeben zu heirathen. Das iſt gut für andere Weiber, und es iſt ein großes und geſegnetes Ding Frau und Mutter zu ſein; aber wie Gott Jedem ſeinen Theil gegeben, wie der Herr Jeden berufen hat, ſo möge er wandeln. Gott hat mich berufen Andern beizuſtehen, nicht für mich ſelbſt Freud oder Leid zu haben, ſondern mich zu freuen mit den Fröhlichen und zu weinen mit den Weinenden. Er hat mich berufen ſein Wort zu verkünden, und er hat meine Arbeit reichlich geſegnet. Es wäre ein ſehr


