Teil eines Werkes 
1 (1861) Adam Bede
Entstehung
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ihrer Botſchaft zu ſein. Er ſah daß ſie ihre Zu⸗ hörer gänzlich gefeſſelt hatte. Die Bauern hatten ſich näher an ſie gedrängt, und auf allen Geſichtern lag Nichts mehr als ernſte Aufmerkſamkeit. Sie ſprach langſam, obſchon ganz fließend; nach einer Frage oder vor einem Uebergang in den Ideen hielt ſie oft inne. In ihrer Haltung und in ihrem Ge⸗ berdenſpiel trat keine Veränderung ein; der Effect ihrer Rede wurde lediglich durch die Biegung ihrer Stimme hervorgebracht, und als ſie an die Frage kam: Wird Gott ſich unſer annehmen wenn wir ſterben? hatte ihr Ton etwas ſo Klagendes und Eindringendes, daß ſelbſt in die härteſten Augen Thränen traten. Der Fremde bezweifelte nicht mehr, wie er auf den erſten Blick gethan hatte, daß ſie die Aufmerkſamkeit ihrer rohen Zuhörer zu feſſeln vermöge; aber er war begierig zu erfahren ob ſie wohl die Kraft habe die heftigeren Gemüthsbewe⸗ gungen derſelben hervorzubringen, was immer eine nothwendige Beſiegelung ihres Berufs als Metho⸗ diſtenpredigerin blieb. Endlich bei den Worten: „Die Verlornen! die Sünder!“ trat eine große Veränderung in ihrer Stimme und Haltung ein. Sie hatte vor dem Ausruf eine lange Pauſe ge⸗ macht, und dieſe Pauſe ſchien, wie ihr Mienenſpiel verrieth, durch aufregende Gedanken ausgefüllt wor⸗ den zu ſein. Ihr blaſſes Geſicht wurde noch bläſſer, die Ringe unter ihren Augen wurden noch tiefer, wie wenn Thränen ſich halb anſammeln ohne zu fließen; die ſanften liebreichen Augen erhielten einen Ausdruck angſtvollen Mitleids, als hätte ſie plözlich einen Engel der Zerſtörung erkannt der über den