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Schwelle war ſo rein wie ein weißer Kieſel bei der Ebbe. Auf der Schwelle ſtand eine reinliche alte Frau in einem dunkelgeſtreiften, leinenen Rock, einem
rothen Halstuch und einer leinenen Müze. Sie
ſprach zu einigen geſprenkelten Geflügelſtücken, die ſich offenbar durch eine trügeriſche Ausſicht auf kalte
Kartoffeln hatten herziehen laſſen. Das Auge des alten Weibes ſchien etwas getrübt zu ſein, denn ſie erkannte Adam erſt als er zu ihr ſagte:
„Hier iſt der Schlüſſel, Dolly; gebt ihn für mich im Hauſe ab, nicht wahr?“
„Ja gewiß, recht gern; aber wollt Ihr nicht hereinkommen, Adam? Jungfer Mary iſt daheim, und Meiſter Burge wird auch bald kommen; es wird ihm gewiß viel Freude machen Euch zum Abendeſſen zu behalten.“
„Nein, Dolly, ich danke; ich muß nach Haus, gute Nacht!“ 4
Adam eilte mit langen Schritten, Gyp dicht
hinter ihm, aus dem Holzhof die Straße entlang die vom Dorf ins Thal hinabführte. Am Fuße
des Abhangs machte ein ältlicher Reiter mit hinten
aufgebundenem Mantelſack Halt, als Adam an ihm
vorbeigegangen war, und ſandte noch einen langen
Blick dem ſtattlichen Arbeiter mit ſeiner papiernen
Mize, ſeinen ledernen Hoſen und ſeinen dunkelblauen wollenen Strümpfen nach.
Ohne alle Ahnung von der Bewunderung die er erregte, ging Adam jezt querfeldein und begann
mit lauter Stimme die Melodie welche ihm den ganzen Tag im Kopf herumgeſaust hatte


