Teil eines Werkes 
9.-12. Th. (1845)
Entstehung
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bezwingend, ſah er, ohne ein Wort zu ſprechen, zum Fenſter hinaus. Gijs hatte die Wahrheit geſagt. Albert hatte jetzt wieder einen hübſchen Anzug, war als ge⸗ bildeter Mann behandelt worden, dies weckte das Ehr⸗ gefühl in ihm wieder, ein Gefühl, das in dem Ge⸗ fängniß zu Hoorn in der Geſellſchaft jener niedrig denkender Menſchen, mit denen er in letzterer Zeit Umgang gepflegt hatte, beinahe ganz erſtorben geweſen. So blüht unbemerkt die Roſe, wenn ſie unter Diſteln und Unkraut begraben liegt, erhebt aber ſtolz das Haupt, ſobald das Unkraut, das ſie umringt, wegge⸗ räumt iſt.

Ein leiſes Klopfen an die Zimmerthüre weckte Albert aus ſeinem Nachdenken.

Herein! rief Gijs.

Die Thüre wurde geöffnet und der Kolonel Auguſt van Bergen trat herein.

Ich hoffe nicht, daß meine Gegenwart Ihnen läſtig iſt oder daß ich ungelegen komme, ſagte der Kolonel in ſeinem gewohnten offenen Tone,wäre es aber der Fall, meine Herren, ſo ſagen Sie mir es nur und ich werde mich enifernen.

Keineswegs, ſprach Gijs,es iſt uns ſehr an⸗ genehm, einen Beſuch von Ihnen zu empfangen; be⸗ ſonders angenehm iſt ein ſolcher Beſuch, wenn man müde vom Gehen iſt und ich verſichere Sie, das ſind wir. Die Stadt Amſterdam iſt groß und wenn man, wie wir, Alles ſehen will, darf man nicht ruhig ſitzen. Dann iſt es auch angenehm, in guter Geſellſchaft aus⸗ zuruhen. Er läutete und befahl dem Bedienten, noch ein Glas und eine Flaſche zu bringen.

Und wie gefällt Ihnen Amſterdam 2

Eine hübſche Stadt, begann Gijs, als ob er ſich zum Erſtenmale da befände;eine ſchöne Stadt⸗ die aber viel ſchöner ſein könnte, wenn man bei dem Erbauen der Häuſer nicht ſo ſparſam mit dem Platze geweſen wäre, keine Plätze, ausgenommen⸗ den Dam,