Teil eines Werkes 
5.-8. Th. (1845)
Entstehung
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werden um Gnade und Vergebung flehen, aber weder Deine Bitte, noch Dein Rufen werden erhört werden. Gott vergibt dem reuigen Sünder, aber der Heuchler entgeht der Strafe nicht!

„Es wird eine Zeit kommen, wo Du Dich demü⸗ thigen, ja, krümmen wirſt vor ihr, die ſich jetzt vor Dir beugt, wo Du zittern wirſt vor ihr, die Du jetzt zittern machſt; eine Zeit, da alle Sünden, die unter dem Schleier des Geheimniſſes verborgen lagen, offen⸗ bar werden und jede Thräne eine Feuerflamme werden ſoll, die Dich in den letzten Augenblicken foltern wird; unbeweint wirſt Du zur Grube fahren, Fluch und Ver⸗ achtung wird Deine Leichenbegleitung ſein!“

„Geht, geht, ſchon lange genug habe ich das wahn⸗ finnige Geſchwätz angehört,“ rief er,„geht, kommt nie wieder!“

„Die Stunde der Vergeltung bricht an,“ murmelte Nancy, die wie ein böſer Geiſt aus ſeinem Hauſe ver⸗ ſchwand,„die Stunde naht! Weh' Dir!“

Wüthend warf Smith die Thüre hinter dem Mäd⸗ chen zu und als er wieder in ſein Komptoir trat, fuhr er unwillkührlich vor der Erſcheinung zurück, die er plötzlich ſah.

Auf der eiſernen Kiſte, in einer Ecke des Zimmers, ſaß eine bleiche, magere Geſtalt in einem Todtenhemde, der Mund ſtand weit offen und mit hohlen Glasaugen ſtarrte ſie Adam Smith an, während ihre entfleiſchten Hände gefaltet in ihrem Schooße ruhten.

„Helena! Helena!“ rief Adam Smith, während ſeine Zähne vor Angſt klapperten.„Helena, ich habe Dich ermordet! Vergebung! Vergebung!“ Er ſank auf die Kniee nieder und bedeckte ſein Antlitz.

Eine kalte Hand ſchien ſeine Stirne zu berühren, ein leiſer Schauer machte ſeine Lippen zittern und als er die Hände von ſeinem Geſicht weghob, war die Er⸗ ſcheinung verſchwunden.

Unbeweglich ſtarrte er nach dem Ort, wo er den