Teil eines Werkes 
1.-4. Th. (1845)
Entstehung
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ſpannt war, und auf dem Tiſche ſtanden verſchiedene Kolben und Büchschen.

Ein Mann mit einem breitkrämpigen Hut auf dem Kopfe und einen weiten blauen Mantel umgeſchlagen, ſtand bei der Kranken, welche mit zitternder Hand eini⸗ ges Geld auf den Tiſch hinzählte.

„Seht hier, Doktor, ſieben und einen halben Gul⸗ den; Ihr ſeid mir nie läſtig gefallen, und darum habe ich Alles gethan, was ich konnte, um dies Geld zu⸗ ſammenzukriegen, und noch bleibe ich Euch einen Theil ſchurden Doch damit müßt Ihr einige Zeit Geduld

aben.“

„O, ja,“ ſagte der ungariſche Doktor,„gerne. Die

Arzneimittel, welche ich Euch gegeben, ſind theuer und

die, welche Ihr noch gebrauchen müßt, um Euch wieder in den ganzen Beſitz all' Eurer Kräfte zu ſetzen, find noch viel koſtbarer.“ Hier brachte er unter ſeinem Man⸗ tel ein Kiſtchen zum Vorſchein, aus welchem er ein Kölbchen nahm.„Dieſe Tropfen müßt Ihr mit weißem Wein gebrauchen, ſie ſollen Euch ſtärken; ich habe bei Euch nichts als die Schwachheit zu überwinden, und, wie ich ſchon ſagte, die ſtärkenden Arzneimittel ſind theuer!“

Die Kranke ſeufzte.

„Ich ſage damit nicht, daß ich einen hohen Preis für meine Medizinen fordern will; ich weiß ja, daß Ihr

eine Wittwe ſeid, die mit Mühe für ſich und ihre bei⸗

den Kinder den Unterhalt gewinnt; es wäre ſchändlich, wenn ich unbillig mit Euch hanvelte, um ſo mehr, da ich ſelbſt eine Mutter habe, die Wittwe iſt und die ich verſorgen muß.“.

„Das ſoll Frank auch thun, wenn er groß iſt, nicht wahr?“

Ein vierzehnjähriger Knabe hüpfte zu der Kranken

hin und ſiel ihr um den Hals. 3 Dii Leidende unterſtützte ihr Haupt mit der rechten

Hand; da fiel eine Thräne auf die Arbeit, die vor ihr

ſtand, und mit einer Stimme, die vor trüber Ahnung

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