Teil eines Werkes 
1.-4. Th. (1845)
Entstehung
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I. Der ungariſche Doktor.

Es war ein ſtürmiſcher Novemberabend; der Regen fiel raſſelnd auf die mit Schmutz bedeckten Straßen der Hauptſtadt und der Wind bewegte die wenigen Stra⸗ ßenlaternen, die einen blaſſen, geheimnißvollen Schim⸗ mer auf die hohen, dunkeln Gebäude des Wyde ſteeg

warfen: eine Straße, die ſo ſchmal und eng war, daß

kaum zwei Menſchen mit großer Mühe dieſelbe neben einander durchſchreiten konnten.

Die Häuſer hatten ein düſteres Ausſehen und wa⸗ ren ſo baufällig, daß die meiſten Giebel durch ſchwere Balken von Holz geſtützt wurden, die einen Ruhepunkt in den gegenüber liegenden Mauern hatten, um das Umſtürzen zu verhindern. So neigten ſich die Häuſer der einen Seite der Straße gegen die von der andern Seite, daß, wenn eines der Häuſer auf dem„Wyde ſteeg“ umſtürzte, es den Fall des andern unmittelbar nach ſich zog.

In einer dieſer Wohnungen, in dem oberſten Stock⸗ werk, ſas eine Frau in der Blüthe der Jahre, mit kränk⸗ lichem Ausſehen. Auf ihrem Geſicht hatten körperlicher

Schmerz und Seelenleiden tiefe Furchen gegraben. Vor

ihr ſtand ein Stickrahmen, worüber eine Arbeit ge⸗