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Frühſtück und Mittagsmahl war, und be⸗ netzte es mit meinen Thränen; da ſtand plötz⸗ lich der Graf an meiner Seite.
„Warum weinſt Du?“ redete er mich an.
Ich faßte Muth, erzählte ihm meine trau⸗ rige Lage, und äuſſerte den Wunſch, etwas lernen zu können, welches aber bei meiner Armuth in meinem gegenwärtigen Zuſtande unmöglich ſei.
Der Graf hörte mich mit Geduld und Theil⸗ nahme an, und verſprach am Ende, für mich zu ſorgen. Schon am andern Morgen wur⸗ de ich auf's Schloß zu ihm gerufen. Er ließ mich ſogleich kleiden, ſchickte mich in die Schu⸗ le, und that mich zu einem Tiſchlermeiſter in die Lehre, der in Itzehoe wohnte, und ein geſchickter, redlicher Mann war.„Sei redlich und arbeitſam,“ ſagte der gute Herr, als ich von ihm Abſchied nahm,„ich werde dann in Zukunft für Dich ſorgen.“
Ich folgte dem Rath des Grafen, und beſtrebte mich in drei Jahren, in welchen er mich reichlich unterſtützte, ein tuͤchtiger Arbei⸗


