Ich wollte ſtark ſein; ich wollte die kindiſchen Träume, an denen mein thörichtes Herz gehangen, mit Gewalt von mir werfen; die Schlange, die mich ver⸗ rathen, ſollte ein für alle Mal vergeſſen ſein.
Ach, wie kläglich kam ich mit dieſem geſchraubten Heroismus zu Stande! Ehe eine Viertelſtunde verging,
lag ich ſterbenselend am Boden und weinte wie ein⸗
ſchwaches, ohnmächtiges Mädchen. Allgemach ſchwan⸗
den mir die Sinne, ich ſchlief ein und benetzte noch
im Schlafe die kalten Steinplatten mit glühenden Thränen.
Ein heftiger Lärm erweckte mich. Ich ſah auf meine Uhr... Es war bereits lange nach Mitter⸗ nacht. Man klopfte an meine Thür. Der greiſe Gio⸗ vanni trat mir in höchſter Aufregung entgegen, gefolgt von drei, vier Freunden und Nachbarn.
„Wißt Ihr Nichts, liebſter Enrico?“ ſtammelte
der ehrliche Schiffszimmermann mit unſicherer Stimme. „Wir ſuchen Margherita... Sie iſt im ganzen Hauſe nicht zu finden und ſchon ſchlägt es halb Zwei vom Thurme. Gegen Zehn war ich hier an Eurer Thür und lugte herein, denn ich glaubte, Ihr hättet Euch, wie Verliebte pflegen, beim Plaudern verſpätet... Aber Ihr lagt auf den Fließen und ſchlieft, und von meiner Tochter war nichts zu ſehen... Jetzt indeſſen


