Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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Brombeeren! Pfui, pfui und tauſendmal pfui! Du haſt meine Liebe mit Füßen getreten und mein armes, dummes, erbärmliches Herz in Stücke geriſſen! Pfui, Margherita!

Ich biß mir ſo wild und heftig auf die bebenden Lippen, daß ſie bluteten. Heiße, bleiſchwere Thränen rollten mir über die brennenden Wangen... Vor den Augen ſchwirrte und flirrte es mir, wie von einem Chaos boshafter, höhniſcher Nachtgeſtalten.

Da ſchlangen ſich zwei zitternde Arme um meine

Kniee. Margherita lag mir zu Füßen, das ſchöne, ſtolze Haupt geſenkt, wie eine Verbrecherin, die den Todesſtreich erwartet. Ihr dunkles Haar wogte auf⸗ gelöſt über das weinende Angeſicht. Durch den ſchlan⸗ ken Körper flog es unaufhörlich wie vom Schütteln eines entſetzlichen Krampfes.

Enrico! wimmerte ſie mit gebrochener Stimme, vergieb mir! Ich will Deine Sclavin ſein, Zeit mei⸗ nes Lebens... ich will Buße thun mit Thränen und Seufzern... nur verwirf mich nicht, o, verwirf mich nicht!

Es iſt alſo wahr.. 2 murmelte ich von Schmerz überwältigt.

O, Geliebter, ſchluchzte ſie,nicht um Dich zu betrügen, nicht aus Mißachtung Deiner Liebe... nur

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