Viertelſtunde geordnet. Im behaglichen Bewußtſein, nunmehr alle formalen Hinderniſſe, die mich von Mar⸗ gherita trennten, ſiegreich überwunden zu haben, eilte ich die breite, teppichbelegte Wendeltreppe hinab, und als ich durch die Pforte ſchritt, da malte ſich die in⸗ nere Befriedigung ſo unverkennbar in meinen Geſichts⸗ zügen, daß Karl nicht umhin konnte, mich zur Rede zu ſtellen.
„Wahrhaftig“, ſagte er,„Du mußt ein glänzen⸗ des Geſchäft abgeſchloſſen haben! Du lachſt ja mit dem ganzen Geſicht! Ich geſtehe Dir, Du fängſt an, mich in eine pikante Spannung zu verſetzen!“
„Geduld“, erwiderte ich neckiſch.„Zunächſt wünſche ich nun eine ſtille Stätte aufzuſuchen, wo wir fern vom Gewirre der ſchreienden Lazzaroni und unbeläſtigt von den Strahlen der ſüditalieniſchen Sonne einen erquicklichen Fiasco trinken können. Vorher bin ich zu keiner Enthüllung fähig, Carlino dell' anima mia! Meine Gurgel iſt dürr wie die römiſche Campagna...“
„Keine hundert Schritte von hier weiß ich eine famoſe Oſteria— beſtes Veſuvgewächs! und eine blühend ſchöne Kellnerin, ein Mädchen aus Caſtella⸗ mare. Ich ſage Dir, Giulietta iſt ein Prachtexemplar ihres Geſchlechts. Ich verſäume keine Gelegenheit, den Engel um die olympiſche Taille zu faſſen...“


