236
das ausdruͤckliche Verbot des Vaters zu uͤbertreten, ſobald ſich ihr die Gelegenheit dazu bieten wuͤrde. Bis dahin war es mit Lenchen ſchon gekom⸗ men, als an jenem, ihr ſo wichtig gewordenen Ta⸗ ge, ploͤtzlich in der Mittagsſtunde Stork in ihre Stube trat, und ohne daß er auf ſie zu achten ſchien, ihrem Vater verkuͤndigte, daß das herr⸗ ſchaftliche Kirchenſtuͤbchen ſchleunig ausgefegt, die Fenſter gewaſchen, das alte gepolſterte Kanapee nebſt den Stuͤhlen ausgeklopft und abgebuͤrſtet wer⸗ den müͤßten, weil dieſen Abend noch der Regiments⸗ quartiermeiſter mit dem künftigen Amtmann ein⸗ treffen werde, um morgen Schloß und Hof und Kirche als graͤflicher Commiſſarius in Augenſchein zu nehmen, und mit Strenge zu unterſuchen, ob uͤberall Ordnung und Reinlichkeit ſey. Der Schul⸗ meiſter wußte nicht, wo angefangen, wo geendet werden, wo Zeit und Haͤnde zu allem herkommen ſollten, da bis vier Uhr die geſammte Dorfiugend, und hernach noch Bernhard, ein Muͤllerburſche, zu einer Privatſchreibſtunde bei ihm war. Er rief nach der alten tauben Muhme, daß ſie Hand anle⸗


