Teil eines Werkes 
2. Bdchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

aUDUTr 6 1

dem Tiſche bemerkte ich einige, ſo eben aus Frank⸗ reich angekommene Zeitungen. Niemand hatte Eduard ausgehen ſehen. Da ich wußte, daß dieſen Morgen noch das engliſche Lager angegriffen werden ſollte, ſo befiel mich eine quälende Unruhe. Ich ließ mir ein Pferd vorführen und ritt, wenn gleich ich noch ſchwach war, eiligſt der Armee nach. Als ich ſie erreichte, kam ich zu einer heftigen Canonnade, welche man un⸗ terhielt, um den Feind aus einer, für ihn ſehr vor⸗ theilhaften und ungemein feſten Stellung zu vertrei⸗ ben. Ich ſah Eduard in den vorderſten Reihen, ich eilte hinzu und ſah ihn, mit Wunden bedeckt, fallen. Ich fing ihn in meinen Armen auf, ſein Blut floß in Strömen; ich wollte es zu ſtillen verſuchen, er aber widerſetzte ſich. Laſſen Sie mich ſterben, ſagte er, und beweinen Sie mich nicht. Das Maaß iſt voll, das Leben iſt mir verhaßt, ich habe Alles ver⸗ loren, der Tod kommt zu ſpät. Er verſchjed. Sein Haupt ſank auf meine Schulter, ich fing ſeinen letzten Athemzug auf. In einer Troſtloſigkeit, deren ich mich nicht mehr fähig geglaubt hatte, kehrte ich zurück.

Die Zeitungen enthielten nachſtehenden Artikel: Geſtern, den 26. Auguſt, um 11 Uhr Morgens, fand in der Kirche und dem Sprengel Saint Sul⸗ pice das Leichenbegängniß der Erlauchten Frau Louiſe Abelaide Henriette Natalie von Olonne, Wittwe des Erlauchten Herzogs von Nevers, Prin⸗ zen von Chatillon, Marquis von Souvigny ꝛc. ꝛc. ſtatt. Sie ſtarb in Ihrem Hotel, Straße Bour⸗ bon, in Folge einer abzehrenden Krankheit. Nach Beendigung der Feierlichkeiten ſetzte ſich der Zug