Dee Geſchäfte des Marſchalls von Olonne hielten mich 8 Tage in Paris zurück; endlich durfte ich nach Faverange abreiſen, und mein Herz ſchlug freudig bei dem Gedanken, daß ich dort beinahe allein der Geliebten gegenüber ſeyn würde. Vermeſſene Freude! elender Egoismus! Hart bin ich dafür geſtraft wor⸗ den, und doch ſind es nur die Exinnerungen an jene bewegte Zeit, welche ich mit ihr dort verlebte, die mich aufrecht zu halten und zu tröſten vermögen.
In den erſten Tagen des Mai's kam ich in Fa⸗ verange an. Der Marſchall verkannte gänzlich bei unſerm Wiederſehen den Grund meines Entzückens; er äußerte ſich darüber ſehr freundlich gegen mich, und ich mußte die Augen niederſchlagen. Hätte er in meinem Herzen leſen können, wie ſtrafbar würde der Belobte ihm erſchienen ſeyn.— Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ſo begreife ich nicht, wie der Herr von Olonne nicht ſchon längſt mein ſchlecht bewahrtes Geheimniß entdeckt hatte.— Doch weder das Alter noch die Jugend ſehen richtig und klar, dieſe ſieht nur ihre Hoffnungen, jenes nur ſeine Erinnerungen.
Faverange iſt das alte Schloß, in welchem die Her⸗ zogin von Nevers erzogen wurde und von dem ſie
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