14. aods ſchweigſam, verſchloſſen, häufte ich in meinem Kopfe Kenntniſſe an, die mir nutzlos waren, und lebte nur in meinen Träumen. Ich liebte die Einſamkeit, ſah gedankenvoll in das Abendroth hinein; Tagelang hätte ich ſitzen können auf dem kleinen Sandhügel, der die Halbinſel begränzt, auf welcher Lyon gebaut iſt, ver⸗ ſunken im Anſchauen der beiden Flüſſe, die hier ihre Gewäſſer vermiſchen. Mein Denken, mein Leben, floß mit den Wellen dahin. Ließen mich die Eltern von dem Lieblingsplatze abrufen, ſo ging ich zu Hauſe, und ſetzte mich wieder willig an die Arbeit. Es ſchien, als ob ich zwei Leben lebte, ſo verſchieden waren meine Gedanken von meinen Beſchäftigungen. Ließ ſich mein Vater mit mir ins Geſpräch ein, ſo antwortete ihm nur mein Gedächtniß. Meine Mutter bemühete ſich nicht ſelten, meine Seele durch Liebe zu erwär⸗ men; ich umarmte die Gütige, aber ich fühlte, daß dieſe Zärtlichkeit nicht mein Herz ausfüllte. Mein
Vater beſaß in der Auvergne zwiſchen Bosn und Saint⸗Etienne, Eiſenhämmer und ein Landhaus. Dort pflegten wir zwei Monate des Jahres zuzubringen,
uund immer ſchien mir die lang erſehnte köſtliche Ferien⸗Zeit zu ſchnell dahin geſchwunden.
Die Lage des Orts war reizend; der Fluß, wel⸗ cher das Hammerwerk trieb, ſtürzte rauſchend von hohen Felſen herab, bildete unterhalb der Hütte ein großes Waſſerbecken, dann aber verlor er ſich zwi⸗ ſchen zwei hohen, mit Fichtenſtämmen bewachſenen Bergen. Unſer Wohnhaus war klein; es lag ober⸗ halb des Hüttenwerks, an der andern Seite des Wegs, und war ohngefähr auf der Drittelhöhe des Berges erbaut. Rings umher war dieſe ſtille Woh⸗
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