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traͤgt. Deſſen ohngeachtet, blieb mein dankbarer Freund in ſich gekehrt und verſchloſſen, doch nahm meine Neugier taͤglich ab und ich fuͤrchtete weit mehr ihn zu betruͤben, als ich wuͤnſchte, ſein Geheimniß zu erforſchen; lag doch ſeine Seele offen vor mir da. Nie gab es ein edleres Herz, ein erhabeneres Gemuͤth, einen liebenswuͤrdigeren Charakter; die Feinheit ſeiner Sitten, die gebildete Sprache deuteten genugſam an, daß er in hoͤhern Zirkeln gelebt hatte. Der gute Geſchmack bildet unter denen, die ihn beſitzen, ein geheimes gemein⸗ ſames Band; ich konnte nicht begreifen, wie ich dem Freunde nicht fruͤher begegnet war, ſo ſehr war ich uͤberzeugt, daß er zu den Kreiſen gehoͤrte, in welchen ich gelebt hatte. Ich ſprach dieſe Bemerkung eines Tages aus, und dieſe einfache Aeußerung fuͤhrte die laͤngſt erſehnte Mittheilung herbei. Ich kann Ihnen nichts mehr abſchlagen, ſagte er; aber verlangen Sie nicht, daß ich Ihnen von meinen Leiden ſpreche, ich werde an Sie ſchreiben, Sie ſollen den Ungluͤcklichen, deſſen Le⸗ ben Sie auf Koſten des Ihrigen erhalten haben, kennen lernen.
Bald bereuete ich, dieſen Beweis der Dank⸗ barkeit meines armen Freundes angenommen zu haben, denn er verfiel nach wenigen Tagen wieder
in die tiefſte Schwermuth. Ich bat ihn, ſeine


