Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1859)
Entstehung
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8⁵

»Ha, mein ſchöner Carabinier, Du läſſeſt Dir ein⸗ fallen, mir Suſannens Herz ſtreitig zu machen! Geh und ſieh, wer Dir Audienzen verſchafft— ich thue es gewiß nicht. Ich werde Suſannen ſagen, daß ich Alles gethan, Alles verſucht habe, daß ich beinahe in Ungnade gefallen wäre und daß alle meine Bemühungen vergeblich geweſen ſeyen. Mittlerweile wird ein Tag nach dem andern vergehen, Lady Lisle wird verbrannt werden, und ich werde es vermieden haben, mich mit dieſer gefährlichen Angelegenheit zu beſchäftigen— denn gefährlich iſt ſie, weil ich den König erzürnen und mir vielleicht Mylord Jeffreys entfremden würde, welcher gegenwärtig in ſo hoher Gunſt ſteht. Alſo Jeder für ſich und Gott für Alle.«

Chiffinch ſchwieg und da er gerade an einem Spiegel vor⸗ überkam, ſo warf er einen ſelbſtgefälligen Blick hinein, mu⸗ ſterte ſich lächelnd vom Kopf bis zum Fuße, ſtrich ſich dann das Kinn und den Schnurbart und ſagte:

„Riskire ich wohl etwas, wenn ich mich von dieſer Sache fernhalte? Suſanne liebt mich! Die Hoffnung, mein Weib zu werden, hat ihr ganzes früher ſo verächtliches We⸗ ſen umgewandelt. Bei dem erſten Worte, als ich ihr meine Hand antrug, rief ſie: Ja, Suſanne iſt ehrgeizig. Ich höre fortan auf, ihr demüthiger Sclave zu ſeyn. Sie wird nicht weiter darauf achten, daß es mir nicht gelungen iſt, eine Au⸗ dienz für den Lieutenant Lisle zu erlangen. Wenn ſie mir auch ſchmollt, ſo iſt ſie doch zu gewandt und zu klug, um lange zu ſchmollen.“

Chiffinch hatte ſeit Suſannens Einwilligung, Miſtreß Chiffinch zu werden, ſehr ſchnell die Farbe der Geſundheit und mit dieſer auch ſeinen ganzen Dünkel wieder gewonnen.

Es war zu ſpät, um einer der angeſehenen Perſonen,