für ein Anſchlagzettel, vor welchem ſo viele Leute ſtehen blei⸗ ben? Sehen wir einmal nach.«
Bei ſeiner langen Geſtalt konnte Cornwell mit leichter Mühe über die Köpfe der Leſer hinweg Kenntniß von dem In⸗ halte des Anſchlagzettels nehmen.
»Ah,“ ſagte er, indem er ſich wieder entfernte,„jetzt werden Alle, die den Rebellen ein Aſyl gewähren, des Hoch⸗ verraths und des Todes ſchuldig erklärt. Ohne Zweifel iſt es Jeffreys ſelbſt, der dieſen Befehl ausgeſonnen und abgefaßt hat. Die arme Lady Lisle! Daß ſie ſich nur nicht fangen laſſe! Durch mich kann ſie auf keinen Fall in Gefahr kommen. Ich bin kein Rebell. Ich werde ſie daher aufſuchen. Wenn, wie ich glaube, Sir Charles und Miß Lucy bei ihr ſind, ſo werde ich mich bemühen, ihnen einen Zufluchtsort ausfindig zu machen, wo ſie Niemandes Leben in Gefahr bringen. Wenn ſie nicht dort ſind, wo ich ſie zu finden hoffe, ſo werde ich mich dann wieder aufmachen, um ſie zu ſuchen, nachdem ich mir einige Tage Ruhe gegönnt, deren ich im höchſten Grade bedarf. Ich werde dreimal vierundzwanzig Stunden lang die Maxime des Horaz und Grosby's:„Accedes siccus ad unctum« in praktiſche Anwendung bringen.«
Nachdem Cornwell dieſen Entſchluß gefaßt, erkundigte er ſich nach der Wohnung der Lady Lisle und begab ſich da⸗ hin. Er ward mit großer Güte und Freundlichkeit empfangen, fand aber, wie der Leſer ſchon vorausgeſetzt haben wird, hier weder den alten Puritaner noch ſeine Tochter, und tröſtete ſich über dieſe getäuſchte Erwartung dadurch, daß er drei Tage lang ein ruhiges, bequemes Leben führte.
Mittlerweile und während Cornwell den Anſchlagzettel geleſen, waren die beiden Reiter, die er für Bauern gehalten, und die in der That ländliche Kleidung trugen, auch nach


