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terbracht: Da das Amt, welches Ihr verlangt, von Roſe be⸗ kleidet wird, ſo iſt kein Grund vorhanden, es ihm zu nehmen, um es Euch zu geben.«
„Bekleidet?— Ihr findet alſo, daß es bekleidet wird, dieſes Amt?« rief Ketch, indem er mit Ironie jede Sylbe des Wortes„bekleidet« betonte.„Ich glaubte, Mylord, man be⸗ kleidet ein Amt nur dann, wenn man die Functionen desſelben auf würdige Weiſe verſehe. Nun aber wißt Ihr doch, daß die⸗ ſer Mr. Roſe— ſchon ſein Name bringt mein Blut in Wallung — ein rein zufälliger Fee iſt. Ihr nahmt ihn blos als Nothnagel eines Tages, wo Ihr Eile hattet und wo ich in Folge einer von mir ſpäter bitterlich bereuten Grille mich weigerte, zu arbeiten. Ich habe, Mylord, eine viel zu hohe Meinung von Euch, als daß ich einen Augenblick lang glauben könnte, Ihr machtet das mindeſte Aufheben von die⸗ ſem elenden Stümper, mit welchem Ihr mich gewiß niemals vergleichen werdet.“
„Roſe mit einem Künſtler vergleichen wie Ihr ſeyd, mein berühmter Ketch, wäre allerdings eine Ungereimtheit, welche ich den Ignoranten überlaſſe, welche ihren Beruf und den Anderer nicht zu würdigen wiſſen,« antwortete Jeffreys ohne aus ſeiner erheuchelten ernſten Stimmung zu fallen.»Aber was hilft das Alles? Ich ſage Euch nochmals, daß das Amt, mag es nun gutbekleidet werden oder nicht, einem Andern gehört. Mein Gott, Ihr müßt doch wohl einſehen, daß ich Euch vor dieſem Andern hundert⸗ ja tauſendmal den Vorzug gebe, aber an das Unmögliche iſt Niemand gebunden. Die Stadt London bedarf nicht zweier Henker und wie leid es mir thut, ſo muß es den⸗ noch Roſe ſeyn, welcher dieſem Prinzen von Geblüt, dieſem Her⸗ zog von Monmouth, von welchem wir ſo eben ſprachen, den


