gen ihn bedient, hatte ihn auf eigenthümliche Weiſe überraſcht, aber gleichzeitig ihn auch ermahnt, auf ſeiner Hut zu ſeyn.
Er fragte ſich, was wohl eine ſo außerordentliche Ver⸗ änderung in dem heftigen Charakter dieſes Mannes habe her⸗ vorbringen können, welcher gewohnt war, ſich Alles vor ihm beugen zu ſehen und wodurch ſeine Wuth ſo plötzlich gezähmt und in anſcheinende Sanftmuth verwandelt worden ſey.
Die Antwort auf dieſe Fragen ward ihm durch eine ge⸗ wiſſe Offenbarung der Liebe, vielleicht der hellblickenden in⸗ nern Anſchauung gegeben, deren Macht in ihm durch die Kenntniß, die er von der Leidenſchaft Kirke's für Murray's Tochter hatte, verdoppelt ward.
Er ſah nun deutlich alles, was gegen ihn in der Seele ſeines Nebenbuhlers vorging, und er verſtand in den geheim⸗ ſten Falten ſeines Herzens zu leſen.
»Dieſer Mann,« ſagte er bei ſich ſelbſt,„verſpricht ſich, mich mit ſeiner Hand zu tödten. Er hat ſich deſſen in Gegen⸗ wart dieſer unglücklichen Suſanne gerühmt; er ſpart mich ſei⸗ nem Degen auf. Mein Tod aber würde für ſeinen Haß nur wenig ſeyn, wenn er mir nicht vor meinem letzten Seufzer noch den Hohn ins Geſicht ſchleudern könnte, daß er auch Lucy entehrt hat. Ich muß ſie daher überwachen, und da Percy Kirke mich auffordert, mit ihm die Stadt zu beſuchen, wo ſie i*ſt, ſo werde ich dieſer Einladung folgen, denn dort werde ich ihm und ihr deſto näher ſeyn.⸗
Während Lord Lisle in Begleitung der rauhen Offiziere des Regiments von Tanger und des Obergenerals der königli⸗ chen Armee weiter nach Bridgewater ritt, hatte Lucy ihre letz⸗ ten Reiſeanſtalten getroffen, und erwartete Cornwell, welcher gegangen war, um ein Pferd für ſeine Muſe, einen Sattel für ſich zu ſuchen, denn leider hatte Margarethe keinen, und dem


