10
Finſterniß der Nacht begegneten! Wenn mein Vater und Henry einander, ohne es zu wiſſen, gegenüberſtünden!«
»Aber das iſt ja unmöglich,« rief der Dichter raſch. »Wenigſtens iſt es außerordentlich unwahrſcheinlich.«
»Unmöglich? Unwahrſcheinlich? Warum ſollte denn die⸗ ſes furchtbare Unglück nicht geſchehen? Wäre es wohl das erſte Mal, daß ſo etwas ſich ereignete?«
»Ach, Miß, verlanget von mir, was Ihr wollt, aber nur nicht, daß ich mich mitten in dieſes Gemetzel hineinbegebe, in dieſes Blut, welches in dieſem Augenblicke den Wahlplatz überſchwemmt!«
»Ich bitte Euch, ſchweigt, Mr. Cornwell! Ihr macht mich ſchaudern.— Und da Ihr mir meine Bitte abſchlaget, wohlan, ſo werde ich ſelbſt gehen— lieber will ich dieſe Schreckniſſe ſehen, als daran denken.«
Indem Luchy dieſe Worte ſprach, eilte ſie nach der Aus⸗ gangsthür der Hütte.
Cornwell ſtellte ſich ihr in den Weg.
»Nein, Miß, Ihr werdet nicht gehen— ich werde ge⸗ hen!“ rief er mit unerwarteter Entſchloſſenheit.»Glaubt Ihr, ich hätte mich aus Feigheit ſo eben geweigert, mich nach dem Sedgemoor zu begeben? Nein, tauſendmal nein! Der Grund liegt darin, daß ich einen unüberwindlichen Abſcheu vor Blut⸗ vergießen habe. Das Funkeln des Stahles, der in meinen Augen leuchtet, macht mich ohnmächtig! Aber deswegen dürft Ihr nicht glauben, daß ich ein Feigling ſey. Und der Beweis, daß ich keiner bin, iſt, daß ich gehe— ja, ich gehe, ich werde bald wiederkommen. Ihr dagegen verlaſſet dieſen Ort nicht. Erwartet mich hier— ich werde nicht lange weg ſeyn— Ihr wißt, wie ich laufe— auf unſerer Reiſe von Taunton nach


