Teil eines Werkes 
[2. Band] (1858)
Entstehung
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Gefahren auszuſetzen, die Euch gleichwohl bekannt waren,

ehe Ihr von London abreiſtet. Alles dies macht mir Muth, Euch um einen abermaligen Dienſt zu bitten, der gefährlicher, aber auch größer iſt als alle, welche Ihr mir bis heute ge⸗ leiſtet.«

Sprechet, geehrte Miß ich werde mich nur zu glück⸗ lich ſchätzen, Euch zu gehorchen,« entgegnete Cornwell.

Lucy ſchien zu zögern und er fuhr daher mit bebender Stimme fort:

Warun ſcheut Ihr Euch, mir eure Befehle zu erthei⸗ len? Seyd Ihr nicht meine Muſe, meine einzige und heilige Muſe? Kann der Dichter etwas dem Engel verweigern, von welchem er alle ſeine Begeiſterungen empfängt? Sprecht, Miß Luch, ſprecht.«

Es iſt ſehr natürlich, daß ich ſo zögere,« ſagte Mur⸗ ray's Tochter,denn das, was ich von Euch verlangen will, kann Euch in Todesgefahr bringen.«

»Was iſt es denn, geehrte Miß?« fragte Lucy's poeti⸗ ſcher Diener nicht ohne plötzliche und lebhafte Gemüthsbe⸗ wegung.

»Ich würde Euch, mein werther Freund, ewig dankbar ſeyn, wenn Ihr Euch an den Ort begeben wolltet, wo jetzt die Schlacht geliefert werden ſoll.«

»Was ſoll ich denn dort? Mein Gott, was oll ich denn dort?« rief Cornwell ängſtlich.

Ihr ſollt mir Nachrichten von meinem Vater und warum ſoll ich es nicht geſtehen? auch von Lord Henry Lisle bringen. Denn ſehet Ihr, Mr. Cornwell, es iſt mir un⸗ möglich, noch eine Stunde in dieſer entſetzlichen Ungewißheit zu verleben. Es iſt mir jeden Augenblick, als hörte ich die beiden Klingen zuſammenklirren. Ha! wenn ſie ſich in der