Teil eines Werkes 
[2. Band] (1858)
Entstehung
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»Das iſt wahr,« antworteten alle Frauen.Es lebe die Königin Henriette!«

In dieſem Augenblicke kam Sir Charles Murray mit Lucy und Cornwell vorüber. Er hörte dieſen Ausruf.

»Es wird weder einen König noch eine Königin geben,« murmelte er dumpf vor ſich hin.»Weit entfernt, dem kecken und ſelbſt ſicheren Eroberer zu gleichen, der einem Throne zu⸗ eilt, erinnert dieſer arme Herzog vielmehr an das Opfer, wel⸗ ches wider Willen vor dem Opferprieſter einherſchreitet. Wenn man ihn ſieht,« ſagte der gelehrte Cornwell,ſo ſollte man ihn für einen jener Helden Homer's halten, denen ein zürnender Gott den Panzer abriß, um ſie wehrlos dem Schwerte ihres Feindes preiszugeben.

»Möge dein Vergleich richtig ſeyn, Cornwell,« ſagte Sir Charles Murray,»möge der Unglückliche durch das Schwert umkommen und nicht durch das Beil des Henkers!«

Beinahe die ganze Armee hatte das Thor von Bridge⸗ water paſſirt. Sir Charles drückte ſeine Tochter, welche ihren Schmerz muthig niederkämpfte, feſt an ſich und ſagte dann:

»Wenn Gott nach ſeiner unerforſchlichen Abſicht uns den Sieg verleihet und mich am Leben läßt, ſo werde ich Dir morgen Nachricht von mir geben, mein Kind; wenn er uns dagegen zur Niederlage verurtheilt hat, dann verzeihe mir, Lucy, daß ich es Dir ſage dann hoffe ich, daß ich ſo wiel geſcheiterte Hoffnungen nicht überleben werde.

Denkt an mich, mein Vater, und ſuchet nicht den Tod, wenn Gott ihn Euch nicht ſendet verſprecht Ihr es mir?«

Murray ſchwieg einen Augenblick lang, ehe er antwor⸗ 4 tete, dann wendete er die Augen gen Himmel und ſagte in gepreßtem Tone: