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»Dann brauche ich Euch nicht erſt zu fragen,« ſagte er, »ob Ihr, indem Ihr hierherkamet, auch den Wunſch hattet, euren glücklichen Geliebten zu beſuchen. Wartet, ich werde Euch zu ihm führen laſſen.«
„Ihr ſeyd ein galanter Mann, General, und ich erwar⸗ tete dies von eurer Courtoiſie,“ ſagte Suſanne, ohne daß ſie ihre Freude zu verhehlen ſuchte.
Kirke verließ das Zelt und wendete ſich zu der Schild⸗ wache, welche vor ungefähr einer Stunde die ſchöne Irlän⸗ derin abgehalten hatte.
»Nicht wahr, Du ſollſt morgen Früh Spießruthen lau⸗ fen?« fragte er den Soldaten.
„Ja, mein General.«
„Ich erlaſſe Dir die Strafe, aber höre wohl, was ich Dir ſagen werde. Du wirſt zwanzig deiner Cameraden holen und mit denſelben mein Zelt umzingeln. Dann läſſeſt Du Nie⸗ manden hinein, nicht einmal Churchill, nicht einmal Fevers⸗ ham. Welches Geſchrei Ihr auch hören möget und ſelbſt wenn Ihr mich in Gefahr glaubet, werdet Ihr doch die ganze Nacht nicht hineinkommen— haſt Du mich verſtanden?«
„»Ja, mein General.«
Nachdem der General dieſe Worte geſprochen, kehrte er in ſein Zelt zuruck und ließ den Vorhang fallen, welcher den Eingang verſchloß.
Dann heftete er einen glühenden Blick auf die erſtaunte Suſanne, horchte auf das Geräuſch, welches ſich draußen ver⸗ nehmen ließ, und hörte mit wilder Freude ſeine Lämmer, welche ſich ringsherum um ſeine Höhle aufſtellten.
Ende des vierten Cheiles.
Druck und Papier von Leop. Sommer in Wien.


