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Murray konnte kein Mißtrauen haben und verließ daher die Wohnung, ohne eine weitere Erklärung zu fordern.
Fünf Minuten ſpäter ſtanden die beiden jungen Mädchen einander abermals gegenüber.
„»Nun, Miß Lucy,« fragte Suſanne begierig,»iſt es Euch gelungen?«
„»Leider la,« antwortete Lucy mit erſtickter Stimme,»es iſt mir gelungen. Ihr werdet vor Ende des Tages bei Lord Lisle ſeyn.«
Ein eigenthümliches Lächeln umſpielte den Mund der Irländerin.
»Hal ich hätte es ahnen können,« murmelte ſie.»Dieſe Seelengröße überſtieg die Grenzen des menſchlichen Edel⸗ muthes.«
»Miß Lucy,« fuhr Suſanne mit erhobener Stimme fort, „die Gewißheit, daß Ihr eine gute That vollbringet, die Freude, einem edlen jungen Manne das Leben zu retten, müſ⸗ ſen Euch den Gedanken erträglich machen, daß ich bald bei Lord Lisle ſeyn werde. Alſo Muth, Miß Lucy, und bereuet eure großmüthige Vermittlung nicht.⸗
An der erſtaunten Miene der Tochter des Puritaners ſah Suſanne, daß ſie ſo eben ein unrichtiges Urtheil über ſie gefällt.
„Miß Suſanne,“ ſagte Lucy in ſanftem Tone,»ich ver⸗ ſtehe Euch nicht. Welchem Beweggrunde meßt Ihr denn meine Traurigkeit bei?«
„Einer ſehr natürlichen Eiferſucht, welche Ihr Euch ohne Zweifel ſelbſt nicht geſteht,« antwortete Suſanne zögernd.
Die Irländerin hatte dieſe Worte noch nicht ausgeſpro⸗
chen, als ſie dieſelben auch ſchon bereute. Die ſtrahlende Ent⸗


