Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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meine Verbrechen. Ja, er kennt ſie, denn er muß ein vertrau⸗ ter Freund von Jeffreys ſeyn. Wohlan, was liegt mir dar⸗ an? Wenn ich ein Mörder, ein Nichtswürdiger geworden bin, iſt es nicht eben deshalb geſchehen, um Suſannen zu ret⸗ ten? Das Blut, welches meine Hände befleckt, die auf mei⸗ nem Wege gefallenen Opfer beweiſen, daß meine Hingebung eine erhabene geweſen iſt! Ich bin aber ſehr einfältig, daß ich meine Handlungsweiſe in meinen eigenen Augen zu rechtfer⸗ ſtigen ſuche. Ich habe mich ja nicht zu entſchuldigen ich habe zu ſtrafen! Ha, ſo groß meine Liebe geweſen iſt, ſo un⸗ verſöhnlich ſoll mein Zorn ſeyn!

Schon lenkte Fitzgerald ſeine Schritte nach der Thür, als ein plötzlicher Gedanke ihn abermals bewog ſtehen zu bleiben.

Er kehrte deshalb um und wendete ſich zu den Trägern der Sänfte, welche nicht weit von ihm ſtanden.

»Lieben Freunde,« ſagte er zu ihnen,wie mir ſcheint, hat euer Herr ſich gegen Euch eben nicht ſehr freigebig gezeigt. Eure von Schweiß triefenden Stirnen beweiſen ſeine Knau⸗ ſerei. Hier, nehmt dieſe zwei Kronthaler und trinkt ein Glas auf meine Geſundheit.

Die beiden durch dieſe unerwartete Freigebigkeit über⸗ raſchten und erfreuten Sänftenträger verneigten ſich vor dem Irländer bis zur Erde und erſchöpften ſich in Betheuerungen ihrer Ergebenheit und Dankbarkeit

»Ha, ich vergaß zu fragen,« hob Fitzgerald wieder an, »wie heißt denn euer Herr?

cChiffinch,« antwortete einer der Träger.

»Der erſte Page Sr. Majeſtät unſeres allergnädigſten Königs Jacob II.?« fragte der Irländer. Ja wohl, derſelbe, gnädiger Herr.«