Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
Entstehung
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»Nicht eher, als bis ich dein Verſprechen habe!« Fitzgerald zähmte die fieberhafte Aufregung, deren Beute er war, und blieb plötzlich vor ſeinem Bruder ſtehen.«

»Du willſt es,« ſagte er in dumpfem und beinahe un⸗ verſtändlichem Tone;»Knabe, Knabe! Du kennſt noch nicht die Qualen, welche Du Dir bereiteſt. Indeſſen, wer weiß. Vielleicht kann dein großmüthiges Opfer, indem es Dir er⸗ laubt, mich immer zu lieben, und Dich abhält, mich zu ver⸗ achten, für deine Zukunft nützlich ſeyn. Wohlan, es ſey, Ja⸗ mes! Du ſollſt die blutige Arbeit dieſer Nacht verrichten. Gehen wir!«

Eine Viertelſtunde ſpäter pochten Fitzgerald und ſein Bruder an Lord Lisle's Thür.

Der Lord hatte nach William's Weggange ſich wieder vor ſeinen mit Papieren bedeckten Tiſch geſetzt und angefan⸗ gen, bald einige derſelben durchzuleſen, bald wieder das Mi⸗ niaturbild zu betrachten, auf welchem die ſanften, reizenden Züge der ſchönen Lucy Murray treu wiedergegeben waren.

Als er die Schläge an der Thür ſeines Hauſes erdröh⸗ nen hörte, fuhr er unwillkürlich zuſammen.

William konnte es nicht ſeyn, welcher ſchon zurückkam, denn dieſer hatte den Schlüſſel zur Hausthüre ſtets bei ſich. Einen Augenblick lang dachte er an die Befürchtungen, welche ſein alter treuer Diener gegen ihn ausgeſprochen und die ihn, ſeitdem er allein war, nicht eine einzige Secunde lang beſchäf⸗ tigt hatten.

Er ſtand auf, legte die Papiere und das Porträt in eine alte mit Eiſen beſchlagene Truhe von Eichenholz, verſchloß dieſelbe und ſteckte den Schlüſſel in die Taſche.

Dann lenkte er ſeine Schritte nach einem in dem Winkel des Zimmers ſtehenden Schrank, nahm aus demſelben zwei

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