Teil eines Werkes 
2Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 2. Th. (1858)
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James war der Erſte, welcher die Unterhaltung wieder anknüpfte.

»Bruder, ſagte er, indem er auf Fitzgerald einen lan⸗ gen Blick heftete, welcher gleichzeitig Liebe und Trauer zu er⸗ kennen gab,»vergebens ſuchſt Du, um mich zu täuſchen, die Wolken zu verſcheuchen, welche deine Stirn umdüſtern. An⸗ ſtatt dieſes gezwungenen Lächelns, welches deinen Mund um⸗ ſpielt, würde ich lieber Thränen ſehen. Liebſt Du mich denn nicht mehr, mein lieber Fitzgerald, daß Du Dich vor mir ver⸗ birgſt und deinen Kummer allein tragen willſt?«

»Schweig, undankbarer Knabe, entgegnete der Irlän⸗ der,»Du läſterſt!«

»Aber dennoch, Bruder, wenn Du mich liebteſt, ſo würdeſt Du keine Geheimniſſe vor mir haben, ſondern mir die Urſache deiner Traurigkeit mittheilen.

»Findeſt Du nicht, daß meine gegenwärtige Lage und die That, die ich im Begriff ſtehe zu vollführen, ernſt genug ſind, um mein Schweigen und meine Düſterheit zu rechtfer⸗ rigen? Bedenke doch, James, daß binnen wenigen Minuten Lord Lisle unter meinem Dolche fallen ſoll, daß ich mich bin⸗ nen hier und morgen wieder in den Händen der Juſtiz befin⸗ den kann.

»Ja, Bruder, ich weiß, daß Du große Gefahren läufſt, aber ich kenne auch deinen unbezähmbaren Muth zu gut, um zu⸗ zugeben, daß nur die Furcht vor einer Gefahr, wie groß ſie auch ſeyn möchte, Dich ſo niederbeugen könnte. Ich ſage nochmals, mein Bruder, Du verbirgſt mir deinen innerſten Gedanken.

»Nun ja,« rief der Irländer in heftigem Tone,Du haſt es errathen, ein grauſamer Schmerz foltert mir das Herz. Vor der Hand, James, genüge Dir dieſes Geſtändniß.