Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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ſanne zu ſeyn! von ihm geliebt zu werden! o ich ſchauere vor Wonne, wenn ich nur daran denke!« 5

Nach dieſen harmoniſch geſprochenen Worten hörten die Lippen der Irländerin auf ſich zu bewegen. Die Finger ihrer beiden Hände löſten ſich, ihre ſchlanke Geſtalt lehnte ſich in den Seſſel zurück, alle ihre Glieder überließen ſich einer ſüßen Erſchlaffung und ihr ziellos ſchwebender Blick verrieth bald, daß ſie ganz in jene ſtrahlende Extaſe verſunken war, in welche die Seele eines ſechzehnjährigen Weſens ſich verſenkt, ehe die Sonne der Liebe an ihrem Horizont emporſteigt.

So blieb ſie lange in ihre Gedanken, Träume und Hoff⸗ nungen verſunken und die Nacht war bereits hereingebrochen, als ſie durch die Stimme ihrer jungen Dienerin wieder zur Wirklichkeit des Lebens erweckt ward.

»Mr. Chiffinch's Wagen erwartet Euch,« ſagte die Zofe. »Der Lakai behauptet, Ihr hättet Euch verſpätet und ſein

Heerr werde ungeduldig.«

»Welche Zeit iſt es denn?« fragte Suſanne.

„»Es iſt eilf Uhr, wie Ihr ſeht.«

»Erſt eilf Uhr! Und mein Hündchen wird ſchon unge⸗ duldig, weil es eine Stunde hat warten müſſen?« ſagte Su⸗ ſanne mit ſpöttiſcher Nachläſſigkeit.»O, wenn Niemand wei⸗ ter als er bei dem Souper wäre, ſo könnte er meinetwegen die ganze Nacht warten und ungeduldig werden, ſo viel er Luſt hätte. Ich muß aber ſeine Zechgenoſſen ſehen, ganz be⸗ ſonders muß ich ſie ſprechen hören und ſie im Nothfall dazu anreizen, denn ich habe Henry verſprochen, ihm, wenn er mich wieder beſucht, noch mehr zu ſagen, und eine innere Stimme ſagt mir, daß er nicht lange ausbleiben wird. Ich

will nochmals verdienen, daß er mir die Hände drücke und .. 4