Teil eines Werkes 
3Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 3. Th. (1858)
Entstehung
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dies für ihn eine fortwährende Demüthigung, deren er ſich zu entledigen eilte.

Als er den Oberſten in ſeiner Wohnung antraf, glaubte er, dieſer ſey gekommen, um den Preis dieſes Dienſtes von ihm zu verlangen, als er aber die Worte vernahm, welche Lucy an ihn richtete, begriff er, daß Kirke, um ihn noch mehr zu feſſeln, ihm eine neue Wohlthat aufzwingen wolle.

Ohne genau zu wiſſen, worin dieſe Wohlthat beſtünde, errieth er ſie doch unklar und empfand im Voraus eine un⸗ willkürliche Scheu davor.

»Ihr kommt,« hob er in kaltem Tone zu dem Oberſten an,Ihr kommt, um mir mitzutheilen, daß euer Freund, der Oberrichter, jene auf der Landſtraße von Lauſanne ge⸗ raubten Briefe in ſeinem Beſitz hat. Ich weiß dies ſchon, Sir; aber was ich noch nicht weiß und daher zu wiſſen wünſche, iſt der Beweggrund des Beſuches, mit welchem Ihr mich beehrt.

»Ich habe ihn ſo eben Miß Lucy mitgetheilt,« antwor⸗ tete Kirke, indem er einen herausfordernden Blick quf den alten Mann warf, welcher mit Murray eingetreten war, und ich würde ihn Euch ebenfalls mittheilen, wenn wir allein wären. Dieſe Wiederholung wäre indeſſen überflüſſig, da ja eure Tochter Euch mit zwei Worten von Allem unter⸗ richten kann. Ich entferne mich, Sir, und werde die Ehre haben, mich vor Ablauf von drei Tagen wieder vorzuſtellen.«

Dann näherte er ſich Murray und ſetzte mit geſenkter Stimme hinzu:

»Es wäre vollkommen vergeblich, Sir Charles, einen Verſuch zur Abreiſe zu machen, bevor Ihr mich wieder geſe⸗ hen habt. Bleibt ganz r hig zu Hauſe, bis ich Euch ſage:

Ihr könnt London ea Dieſer Rath würde, wenn Ihr