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»Ich hege kein Vorurtheil und keinen Groll gegen Euch, Oberſt, und wäre dies auch der Fall geweſen, ſo wäreich doch ſchon davon zurückgekommen, da ja Ihr es ſeyd, dem ich zu verdanken habe, dieſe Nacht nicht von einem ſo entſetzlichen Unglück betroffen worden zu ſeyn,« ſagte Murray's Tochter, welche ihre thränenvollen dankbaren Blicke abermals auf Kirke heftete, obſchon ſie ſich ernſt und würdevoll von ihm ent⸗ fernt hielt.
»Ich habe mich vielleicht getäuſcht, Miß Lucy,« ſagte der Oberſt in ſanftem, traurigem Tone.„Der Grund davon liegt in dem geringen Vertrauen, welches ich zu mir habe, während ich bei Euch und wenn ich mit Euch ſpreche, an meinen unglücklichen Ruf denke. Ach, der Ehrgeiz iſt die Ur⸗ ſache von gar ſo vielen Fehlern. Dieſe Fehler aber, Miß Lucy, würdet Ihr mir verzeihen, wenn Ihr nicht ein ſo reines und makelloſes Weſen wäret; Ihr würdet ſie mir verzeihen, wenn euer Herz jemals den Ehrgeiz hätte kennen lernen. Wie ſolltet Ihr auch jene ewige Schlafloſigkeit des Willens kennen lernen, während welcher der Menſch ſeinen Blick nur auf ein einziges Ziel heftend nach demſelben emporklettert, ſey der Weg wel⸗ cher er wolle. Doch erſchrecket nicht, Miß Lucy. Mein Ehrgeiz iſt dies nicht. Und ſoll ich es Euch ſagen? Oft habe ich mich dabei ertappt, daß ich über mich ſelbſt lache. Wie oft habe ich, mit dem Auge die Gipfel des Atlasgebirges meſſend, an einem ſchönen Morgen angefangen, den weſtlichen Abhang dieſes Ge⸗ birges zu erſteigen. Ich ſagte mir, daß, wenn ich auf einer Spitze angelangt wäre, welche noch kein menſchlicher Fuß be⸗ treten hätte, es ſchön ſeyn müßte, um mich herum zu meinen Füßen die Wüſte, das mittelländiſche Meer, Spanien, den atlantiſchen Ocean zu ſehen. Kaum aber hatte ich meinen Weg


