Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

176

Als Jeffreys in das Zimmer Carls II. trat, ſah er den Herzog von York ein wenig beiſeite mit dem fran⸗ zöſiſchen Geſandten ſprechen. Er lenkte ſeine Schritte ſogleich nach dieſer Richtung und zwar ſo daß er nothwendig bemerkt werden mußte.

Dieſes Manöver hatte vollſtändigen Erfolg. Kaum er⸗ blickte der Herzog von York den Oberrichter, ſo gab er ihm einen Wink, ſich zu nähern. Herr von Barillon gab mit einer Keckheit und Offenheit, die in ſeiner Stellung eben ſo ſelten als lobenswerth ſind, durch die ſchnelle Veränderung ſeiner Haltung zu erkennen, wie unangenehm die Gegenwart des Oberrichters von King's Bench ihm war. Die ſtolze Kälte ſeines Geſichts verrieth deutlich, daß der Geſandte Frankreichs zwiſchen ſeiner Perſon und der Vertraulichkeit eines Jeffreys eine unüberſteigliche Schranke zu errichten gedachte.

Der Herzog von York, deſſen Aufmerkſamkeit durch die ern⸗ ſten Intereſſen in Anſpruch genommen ward, welche in dieſem Augenblicke auf dem Spiele ſtanden, bemerkte dieſen ſtummen Proteſt nicht, ſondern redete Jeffreys an.

»Mylord, ſagte er in leiſem Tone zu ihm,»eine Perſon welche Ihr kennt, hat mir von euren künftigen Projecten ge⸗ ſagt und ich beeile mich, hinzuzufügen, daß ich ſie billige ja, ich billige ſie vollkommen. Es iſt unumgänglich nöthig, daß wir über dieſen Gegenſtand eine ausführliche Beſprechung mit einander haben ja das iſt unumgänglich nöthig.

Ich werde Ew. königliche Hoheit um Erlaubniß bitten, mich entfernen zu dürfen,« ſagte Herr von Barillon ohne Jef⸗ freys Zeit zur Antwort zu laſſen.»Nothwendige Depeſchen, die ich zu expediren habe, machen meine Anweſenheit auf mei⸗ nem Geſandtſchaftsbureau nothwendig. 6