Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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und denſelben zuvorzukommen. Nur, Mylord, bitte ich Euch mit gefalteten Händen, laßt meine ſchmerzliche Prüfung, meine unerträgliche Angſt, nicht länger dauern, als menſchliche Kräfte ſie zu ertragen vermögen. Steckt mir ein Ziel, ſtellt mir eine Aufgabe, nach deren Erfüllung ich meine Freiheit wieder erlangen kann. Dieſe Hoffnung, wie entfernt ſie auch ſeyn möge, wird wenigſtens meinen Muth aufrecht halten. My⸗ lord, euer eigenes Intereſſe iſt es, in deſſen Namen ich zu Euch ſpreche. Verſetzet mich nicht durch eine zu lange an⸗ dauernde Tortur in vollſtändige Ohnmacht.«

Jeffreys ſchwieg eine Minute lang.

Er betrachtete ſein Opfer und weidete ſich an ſeinem Triumph.

»Armer Kämpfer, antwortete er endlich,da ſiehſt Du Dich nun in deinem erbärmlichen Zuſtande und thuſt wohl dar⸗ an zu beſſeren Geſinnungen zurückzukehren. Ich geſtehe Dir, deine Demuth entwaffnet mich; ich habe Mitleid mit deiner Schwäche. Wenn der Königsmörder Lord Lisle unter deinem Dolche gefallen ſeyn wird, wenn der Herzog von Monmouth als Rebell den Fuß auf den Boden Englands geſetzt hat, wenn Du überdies einen gewiſſen kleinen Auftrag erfüllt haben wirſt, den ich Dir ſpäter in Bezug anf Sir Charles Murray⸗ und ſeine Tochter geben werde, dann werde ich Dir nicht blos deine Schweſter rein zurückgeben, ſondern Dir auch noch ein Amt verſchaffen, welches Dir für deine ganze Lebenszeit ein reichliches Einkommen gewährt. Mittlerweile werde ich Dir die zweihundert Guineen zuſtellen, von welchen wir vorhin ſprachen.

Mit dieſen Worten verließ Jeffreys den Salon und ging in ſein Cabinet.