Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

„Zur Sache, zur Sache!« unterbrach ihn Jeffreys in rauhem Tone. 4

»Mylord,« hob der Irländer nach einer kurzen Pauſe wieder an,„Ihr könnt Euch nicht verhehlen, daß trotz der Gunſt, in welcher Ihr bei unſerem Monarchen, dem König Carl II., zu ſtehen ſcheint, und trotz der unermeßlichen Macht, welche Ihr in Folge eures Amtes ausübt, eure Stellung eine ſehr unſichere iſt. Von dem ganzen Königreich verabſcheut, von der Bevölkerung Londons gehaßt, von den Kleinen ge⸗ fürchtet, von den Großen verachtet, ſeyd Ihr unaufhörlich bedroht. Eure zahlreichen Feinde warten nur auf eine Gele⸗ genheit, auf einen Vorwand, um ſich Alle mit einem Male auf Euch zu ſtürzen. Ihr werdet Euch vertheidigen, ſagt Ihr? Gut, aber ſelbſt ein Rieſe, ſo unüberwindlich er auch gegen Einzelne ſeyn möge, kann nicht widerſtehen, wenn die Zahl ſeiner Feinde Legion heißt. Eure Anſtrengungen werden zu weiter nichts führen, als daß dadurch eure Niederlage um ſo vollſtändiger gemacht wird. Dieſer ſichere Sturz iſt es, vor welchem ich Euch retten will, Mylord.«

»Eure Einleitung, beredter Fitzgerald, entbehrt durch⸗ aus nicht eines gewiſſen Schwunges,“ ſagte Jeffreys in unge⸗ wohnt ſanftem Tone,»geht aber nun zur Erzählung ſelbſt über.«.

»Mylord,« fuhr der Verurtheilte fort»das einzige

MNittel, ungeſtraft dem Gewitter trotzzubieten, beſteht darin, ſich ſo hoch zu ſtellen, daß man den Blitz unter den Füßen hat. Die Feinde, welche gegründete Hoffnung nähren, den Lord⸗Oberrichter von King's Bench zu ſtürzen, würden ſiche ganz gewiß nicht an ihn wagen, wenn er Großſiegelbewahrer und Lordkanzler von England würde.«

Bei dieſen mit Feuer ausgeſprochenen Worten zuckte