Teil eines Werkes 
1Der Tiger von Tanger : historischer Roman : 1. Th. (1858)
Entstehung
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ſtigt, aus welchem die hier heimiſchen Künſtler Leuchter knete⸗ ten, und ein großes, in dem Camin brennendes Steinkohlen⸗ feuer waren gleichſam rothe Punkte ohne Strahlen inmitten dieſer abſorbirenden Atmoſphäre.. Heiße ekelerregende Düfte von ſchlechtem Branntwein und eben ſo ſchlechtem Bier beleidigten den Geruchsſinn auf's Empfindlichſte und erregten Uebelkeiten in jedem Magen, der ſie noch nicht gewöhnt war. Das Gemälde ließ nichts zu wünſchen übrig. Selbſt Rembrandt hätte dieſer hölliſchen Beleuchtung keinen Effect weiter hinzugefügt und ſogar die krankhafte Phantaſie eines Goya wäre der wahnſinnigen Wirk⸗ lichkeit dieſer gleichgiltigen Gruppen nicht gleichgekommen. Wie ſollen wir die unglaubliche Verſchiedenheit der Trach⸗ ten ſchildern, womit die Bewohner dieſer von Menſchenhän⸗ den erbauten Hölle bekleidet waren? Stickereien, feines Tuch, Spitzen und Lumpen zeigten ſich hier dicht neben und unter einander und bildeten die ſchreiendſten Gegenſätze. Der bet⸗ telnde Vagabund ſtieß den ausſchweifenden Stutzer bei Seite. Die ſcandalös geputzte Straßendirne ließ ihren von den Däm⸗ pfen des Alkohols ſchwer gewordenen Kopf auf den Knien der alten Zigeunerin ruhen, deren fleiſchloſer Körper und ſchwarzbraune Haut durch die Löcher ihres buntſcheckigen har⸗ lekinartigen Mantels hindurch zum Vorſchein kam. Geſchrei, Läſterungen, empörende unfläthige Worte, aber im reinſten Rothwälſch, kreuzten ſich nach allen Richtungen hin und bildeten ein mißtönendes Concert, wie es dieſes betäu⸗ benden Pandämoniums wohl würdig war. Wenn es einem Beobachter vergönnt geweſen wäre, in dieſe Höhle einzudringen, ſo würde unter allen dieſen vom Laſter unwiderruflich gebrandmarkten Elenden eine einzige

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