148
Dir weder Eiſen noch Blei noch Stahl, weder Waſſer noch Feuer Etwas anhaben können.“
„Und keine Lüge, keine Schlinge ſteckt hinter Deinen Worten verborgen?“
„Keine, ſo wahr ich ein ehrlicher Wolf bin.“
„Nun wohl, es ſei!“ ſagte Thibault;„Wolf für vierundzwanzig Stunden und für die ganze übrige Zeit König der Schöpfung. Was habe ich zu thun? Ich bin bereit.“
„Brich ein Stechpalmenblatt ab, zerreiße es mit den Zähnen in drei Stücke und wirf dieſelben weit von Dir.“
Thibault that, was ihm befohlen war.
Nachdem er das Blatt zerriſſen, zerſtreute er die Stücke, und nun ließ ſich, obſchon die Nacht bisher ganz ruhig geweſen war, auf einmal ein Donner⸗ ſchlag vernehmen, und eine ſturmartige Wetterſäule entführte dieſe Stücke in heftigem Wirbel.
„Und nun, Bruder Thibault,“ ſagte der Wolf, „nimm meinen Platz ein und gut Glück! Wie ich vor einem Jahr, wirſt Du jetzt vierundzwanzig Stun⸗ den lang Wolf bleiben; ſuche dieſe Prüfung ebenſo glücklich zu überſtehen, wie ich ſie mit Deiner Hilfe überſtanden habe, dann wirſt Du alle meine Ver⸗ ſprechungen in Erfüllung gehen ſehen. Ich werde indeſſen den Herrn mit dem Pferdefuß bitten, daß er Dich vor den Hunden des Barons von Vez be⸗ wahre, denn, auf Teufelsparole, Du intereſſirſt mich wirklich, Freund Thibault.“
Und es war Thibault, als ſähe er den ſchwarzen Wolf groß werden, ſich verlängern, ſich auf ſeine


