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XVI. Der Graf von Montgobert.
Thibault befand ſich im Zimmer der Gräfin.
Hatte ſchon die Pracht der Möbel, welche der Amtmann Magloire ſich in der Geräthekammer des Herrn Herzogs von Orleans ausgeſucht, Thibaults höchſte Bewunderung erregt, ſo wurde er durch die Friſche, Harmonie und Eleganz, welche im Zimmer der Gräfin waltete, zu trunkenem Entzücken hinge⸗ riſſen.
Niemals hatte der arme Sohn des Waldes etwas Aehnliches geſehen, ſelbſt in ſeinen Träumen nicht.
Man kann nicht von Dingen träumen, von denen man nie eine Ahnung gehabt hat.
Die beiden Fenſter dieſes Zimmers waren von
doppelten Vorhängen verdeckt.
Die erſten waren von weißem Tafft und mit
Spitzen beſetzt. Die zweiten waren von hellblauem chineſiſchem Atlaß und hatten Silberblumen eingeſtickt.
Das Bett und der Putztiſch waren mit demſelben
Stoff überhangen wie die Fenſter, und überfloſſen von Spitzen aus Valenciennes. Die Wandtapeten beſtanden aus ſehr hellem
Roſatafft, und darüber hing, bauſchig und breitfaltig,
ein indiſcher Mouſſeline, der ſo fein war wie ge⸗
wobene Luft und beim geringſten Zug von der
Thüre her ſchauerte, wie ein Rauchwölkchen.
Die Decke war ein von Boucher gemaltes Me⸗
daillon, die Toilette der Venus vorſtellend.


